Lauren Brzozowski: Von der Leichtathletik zum US-Bobsport
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Lauren Brzozowski: Von der Laufbahn in den Bob
1. Wie kamst du von der Leichtathletik zum Bobsport?
Im Bachelorstudium war ich Division-I-Leichtathletin an der Elon University. Nach mehreren Verletzungen hatte ich das Gefühl, auf der Laufbahn noch nicht erreicht zu haben, was ich wollte. Nach dem Abschluss half mir die kostenlose Vermittlung TeamGleas, an die Loughborough University in Großbritannien zu kommen. Ich wollte in Europa professionelle Leichtathletin werden. Ich vertrat die Universität auf nationaler Ebene und gewann als Schlussläuferin der 4-mal-200-Meter-Staffel Gold bei den BUCS-Hallenmeisterschaften. Dann unterbrach die Pandemie diesen Traum. Immerhin konnte ich in den USA weiter Wettkämpfe bestreiten, was eine gute Grundlage für die Bob-Sichtung war. Ich kannte zwei Leute aus dem Team und hatte ihre Wege verfolgt. Deshalb hatte ich mir gesagt: Wenn die Leichtathletik irgendwann endet, probiere ich das aus. Sie ist gerade vielleicht nicht meine erste Priorität, bleibt mir aber sehr wichtig. Ich möchte weiter auf dem Eis und auf der Laufbahn antreten.

2. Hast du ein Ritual vor dem Rennen?
Meine Routine beginnt schon 24 Stunden vorher. Am Vortag mache ich meist eine kurze vorbereitende Krafteinheit, um mein Nervensystem anzuregen. Dann esse ich ordentlich, am liebsten Lachs, Reis und Gemüse. Ich schlafe acht bis zehn Stunden, bete und gehe meinen Ablauf für den nächsten Tag im Kopf durch. Das hilft mir sehr bei der mentalen Vorbereitung. Ich frühstücke drei Stunden vor dem Aufwärmen und komme früh zur Bahn, um mich an die Atmosphäre zu gewöhnen.

3. Wer ist dein Vorbild oder deine Wunsch-Teamkollegin?
Das ist schwer, weil ich innerhalb und außerhalb des Sports viele Menschen bewundere. Im Moment wäre ich gern mit Tianna Bartoletta in einem Team. Sie war zweimal bei Olympia und hat drei Goldmedaillen für die USA gewonnen. Ich verfolge ihren Weg seit meiner Studienzeit und mag ihre Texte sehr. Einige ihrer Aussagen haben mich mental als Sportlerin weitergebracht. Ich schätze ihre Bescheidenheit und ihr Herz. Von ihr und anderen, die ihre Träume nie aufgegeben haben, können wir viel lernen.

4. Was hat dich am Bobsport gereizt?
Eigentlich sollte ich zuerst Skeleton fahren! Bei der Sichtung war ich etwa 1,75 Meter groß und wog rund 68 Kilo, was gut zu vielen Skeletonathletinnen passte. Außerdem war der Schlitten günstiger: ungefähr 10.000 US-Dollar gegenüber etwa 55.000 bis 80.000 für einen Zweierbob. Direkt nach dem Studium war das ein großer Unterschied. Nach meiner ersten Sichtung meinten die Trainer aber, Bob passe besser zu mir, und ich sagte schnell zu. Die Skeletonfahrerinnen und -fahrer mit dem Kopf voran die Bahn hinunterschießen zu sehen, war beeindruckend. Rückblickend hätte ich es gern einmal probiert. Trotzdem bin ich als Pilotin im US-Entwicklungsteam sehr zufrieden. Mit meinem Körperbau und meinem Sprinthintergrund war es die richtige Entscheidung.

5. Warum hast du dich für die verantwortungsvolle Position als Pilotin entschieden?
Eigentlich hatte ich gar nicht wirklich die Wahl. Beim ersten Anschubcamp wurde ich Zweite, und das Team hatte schon viele Bremserinnen. Der Trainer fragte: „Willst du herausfinden, ob du das Zeug zur Pilotin hast?“ Ich antwortete: „Ich übernehme jede Position, mit der ich langfristig im Team bleiben kann.“ So kam ich zur ersten Fahrschule in Park City, Utah. Ich konnte zeigen, dass ich Rückmeldungen annehme, Anweisungen umsetze und vor allem nicht stürze. Später wurde mir die große Verantwortung klar: Man muss nicht nur den eigenen Weg Richtung Olympia finanzieren, sondern trägt beim Fahren auch Verantwortung für das Leben der Bremserin im Schlitten.

6. Was sind deine Stärken und Schwächen als Athletin?
Meine Stärke ist Widerstandskraft. Ich habe viele Rückschläge erlebt, bin aber immer zurückgekommen und habe aus Fehlern gelernt. Für mich kann genau das gute von herausragenden Athletinnen unterscheiden. Schwieriger ist es mit meiner Lernbehinderung: Manche Zusammenhänge lerne oder verstehe ich langsamer. Ich schaffe es schließlich, brauche aber Geduld und zusätzliche Arbeit im Hintergrund. Es ist manchmal frustrierend, wenn andere etwas schneller begreifen. Dann erinnere ich mich: Ich werde es auch verstehen, nur in meinem Tempo. Das hilft mir, mich weniger zu vergleichen. Wir sind alle verschieden und haben eigene Stärken und Schwächen.

7. Wie trainierst du, und woran arbeitest du gerade?
Bob ist ein Kraft- und Schnelligkeitssport, deshalb steht Explosivität im Mittelpunkt. Auf diesem Niveau brauche ich Tempo, Stärke und mentale Stabilität. Mein Training kombiniert schweres Krafttraining mit Sprints. Gerade arbeite ich daran, mich mit hohen Gewichten sicherer zu fühlen und meine Sprinttechnik zu verfeinern.

8. Wann bist du an eine Grenze gekommen, und wie bist du damit umgegangen?
An meinem allerersten Tag im Bob. In Utah waren fünf weitere Neulinge dabei, und zwei erfahrene US-Pilotinnen sollten uns erstmals hinunterfahren. Wir mussten nur anschieben, einsteigen, sitzen bleiben und bremsen. Aus Angst herauszufallen klammerte ich mich so fest an die Griffe, dass meine Arme beim Bremsen keine Kraft mehr hatten. Wir kamen bis auf den Beton, wo man mit einem Bob nie landen möchte. Der nächste Neuling hatte mit demselben Schlitten eine schreckliche Fahrt, und ich dachte nur: Das ist meine Schuld. Ich half danach verzweifelt, die beschädigten Kufen zu schleifen. Später bat ich den Trainer im Hotel um ein Gespräch und fragte unter Tränen, ob ich den Schlitten ruiniert und damit die beinahe verunglückte nächste Fahrt verursacht hätte. Er lachte: „Wenn ich jedes Mal eine Münze bekäme, wenn jemand zu spät bremst und den Beton trifft, wäre ich reich.“ Der andere Neuling hatte sich zu viel bewegt, wodurch die Pilotin die Kontrolle verlor. Ich hatte schon fast geglaubt, der Sport sei nichts für mich. Stattdessen zeigte mir die Erfahrung, wie wichtig mir das Team ist und wie sehr ich mich und andere stolz machen möchte. Weitere schwierige Momente werden kommen. Ich hoffe, dann stärker und klüger zu sein und wieder aus meinen Fehlern zu lernen.

9. Wie bist du nach deinem Sturz im Januar mit der Angst umgegangen?
Bei meiner ersten Fahrt in Lake Placid hatte ich einen heftigen Sturz. Damals wusste ich es noch nicht, aber nach dem Sturz und weiteren Fahrten wurden zwei Frakturen im Rücken und eine Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur festgestellt. Mir half es, das Video anzusehen und zu verstehen, was passiert war. Die Ursache nicht zu kennen, kann noch beängstigender sein als der Sturz selbst. Ich erinnere mich an einen harten Schlag gegen den Kopf, daran, auf der Seite wieder zu mir zu kommen und so benommen zu sein, dass mich ein Sanitäter untersuchte. Zum ersten Mal nahm ich mich selbst aus dem Rennen. Früher konnte ich oft trotz Verletzung noch laufen oder beim Fußball ein Tor machen. Diesmal wusste ich, dass eine weitere Fahrt alles verschlimmern könnte. Zu Hause konzentrierte ich mich auf Essen, Schlaf und Erholung. Ich fragte andere Pilotinnen, wie ich die betreffende Kurve fahren sollte. Als ich wieder antrat, fühlte ich mich bereit und kam sicher unten an. Für mich war die Lehre: Es ist in Ordnung, sich selbst herauszunehmen. Bei der Rückkehr muss man wissen, warum man zurückwill und dass man bereit ist.

10. Was machst du nach dem Training und in deiner Freizeit?
Nach dem Training sind mir Freunde und Familie wichtig, ob beim Essen oder Wandern. Ich nehme gern andere auf kleine Abenteuer mit: Picknicks, Stadtentdeckungen – am liebsten New York City, in dessen Nähe ich wohne –, Klettern, Angeln, Backen oder Strandtage. Ich versuche, meine freie Zeit wirklich zu genießen.

11. Wie hat die Pandemie dein Training beeinflusst?
Ich wollte nicht zulassen, dass die Pandemie mein Training stoppt. Mein Vater fand alte Gewichte, die jemand weggeworfen hatte. Damit konnte ich weiter Krafttraining machen; sonst war ich auf der Laufbahn. In meinen Social-Media-Stories zeigte ich den Teamkollegen in Europa, dass ich weitertrainierte. Das half mir auch, mein Ziel im Blick zu behalten: Ende des Jahres in Belgien zu starten. Der Wettkampf wurde schließlich wegen Covid abgesagt. Ohne ein solches Ziel wäre ich aber wohl nicht so motiviert geblieben.

12. Wie motivierst du dich?
Wenn du mich fragst, wie ich ständig motiviert bleibe, lautet die Antwort: gar nicht. Überraschend, ich weiß. Motivierende Worte tragen einen nur eine gewisse Zeit. Wenn die Motivation fehlt, brauche ich Disziplin. Gefällt mir eine Einheit nicht, sage ich das und mache sie trotzdem. Wenn es brennt, werde ich auch mal laut. Brauche ich länger Pause, nehme ich sie und mache dann die letzte Wiederholung. Man darf ehrlich mit dem eigenen Weg sein. Im Büro wie auf der Laufbahn gibt es Tage ohne Lust auf die Arbeit. Um schwierige Dinge trotzdem zu schaffen, erinnere ich mich daran, warum ich so hart für mein Ziel arbeite.

13. Bist du auf Kurs für deine Ziele?
Die meisten kommen wohl mit dem großen Ziel Olympia in diesen Sport. Das gilt auch für mich, aber es gibt so viel mehr. Zuerst möchte ich ins Nationalteam oder zur Junioren-WM, dann ins Weltcupteam und hoffentlich ins Olympiateam. Das Beste bleibt, meiner Leidenschaft nachzugehen und andere durch meine Freude am Wettkampf zu inspirieren.

14. Was studierst du, und welche Träume hast du über den Sport hinaus?
Ich habe gerade meinen Master in Marketing an der Loughborough University abgeschlossen. Mit diesem Wissen möchte ich mich und unser Programm besser vermarkten, damit die Nächsten leichter ihren sportlichen Träumen folgen können. An eine Olympiamedaille glaube ich, wenn ich hart arbeite und mir als Athletin, Teamkollegin und Lernende treu bleibe. Mein Ziel war immer, als Außenseiterin meinen Weg zu machen und den Traum mit Menschen zu teilen, die ebenfalls nicht aufgeben wollen. Ich möchte mich selbst und andere mit dem inspirieren, was ich tue.

15. Welche Muskeln sind im Bobsport besonders wichtig?
Für mich sind kraftvolle, explosive Beine am wichtigsten. Am Start müssen wir den Schlitten so schnell wie möglich anschieben; später erreicht er etwa 80 bis 90 Meilen pro Stunde, also rund 129 bis 145 km/h. Deshalb brauchen Bobathletinnen und -athleten enorm viel Kraft und Schnelligkeit.

16. Was gefällt dir an WaveWear?
Schon als Division-I-Leichtathletin und bei Wettkämpfen in Europa war ich für meine Kompressionssleeves bekannt. Erst an den Unterschenkeln, dann an den Armen und dank WaveWear inzwischen am ganzen Körper. Ich schätze Kompression, weil sie aus meiner Sicht Durchblutung und Erholung unterstützt. Dass WaveWear das mit Kinesiologietaping verbindet, gefällt mir besonders. Die Idee, Tape gezielt für Halt, den Umgang mit Schmerzen und Schwellungen und zur Unterstützung sportlicher Bewegung einzusetzen, spricht mich an. Diese Ausrüstung kennenzulernen und damit zu arbeiten, hat für mich viel verändert.

17. Welches WaveWear-Produkt ist dein Favorit?
Meine schwarzen Kompressionsleggings. Darin fühle ich mich beim Training gut unterstützt, und meine Beine fühlen sich besser an. Das gibt mir das Vertrauen, viel aus der Einheit herauszuholen. Ich habe sie sogar zu meinem allerersten Training in der neuen Eishalle in Lake Placid getragen. Die Einheit war großartig, und ich freue mich auf weitere Trainings mit WaveWear.

18. Worauf achtest du beim Kauf von Trainingskleidung?
Komfort und Selbstvertrauen. Ich habe immer an „Gut aussehen, gut fühlen, gut spielen“ geglaubt. Vielleicht ist das ein bisschen der Aberglaube der Leichtathletin in mir. Wenn mir ein Kleidungsstück Sicherheit gibt, greife ich lieber dazu. Leggings und Shirts müssen bequem sein, Bewegungsfreiheit bieten und mir gefallen. Außerdem sollen sie robust und blickdicht sein.

Laurens WaveWear-Auswahl

Laurens Rückmeldung

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Die Y10 ist bequem in Bewegung und blickdicht. Bei Leggings für Training oder Wettkampf zählen für mich Qualität, rutschfester Sitz, Blickdichte und Selbstvertrauen. Die Y10 erfüllt für mich all diese Punkte.

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Noch etwas: Mein Körperbau entspricht nicht dem Durchschnitt. Deshalb ist es mir besonders wichtig, Kleidung zu finden, in der ich mich wohl und selbstbewusst fühle und Lust aufs Training bekomme.

Laurens Rückmeldung
WaveWear unterstützt Lauren Brzozowskis inspirierenden Weg von ganzem Herzen.